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Dyskalkulie (spezifische Rechenschwäche)

Definition:
Als Dyskalkulie bezeichnet man eine besondere Schwierigkeit, die elementaren Rechenoperationen zu erlernen. Selbst das Zusammenzählen (Addieren) von Zahlen, die kleiner als 10 sind, kann oft nur unter Zuhilfenahme der Finger erfolgen.
Sie sind nicht über den Begriff "EINS" hinausgekommen und können deswegen immer nur in Schritten von EINS zählen. Die allgemeinen intellektuellen Leistungen sind definitionsgemäß bei Dyskalkulie normal.
 
Auch hier wird die Diagnose Dyskalkulie heißen, wenn die Rechenleistungen des Kindes trotz normaler Intelligenz nicht dem Alter entsprechen.

Beispiele:

Vielen Kindern mit Dyskalkulie / Rechenschwäche fehlt das Verständnis für die Bedeutung der Einer- und Zehnerstellen von Zahlen. Sie rechnen daher z.B. 53 plus 2 gleich 73 und erkennen typischerweise auch nicht die Gemeinsamkeit von z.B. 28+4=32 mit 48+4=?? und müssen daher mühsam abzählen 48,49,50,51,52. Eventuell kommen sie aber auch auf das Ergebnis 70, indem sie zählen 48,49,50,60,70.
Auch Größenvergleiche sind schwierig, z.B. 29 ist größer als 40 (weil 9 größer ist als 4).
  

Mögliche Ursachen:

Die Prozesse des Rechnens sind komplexe Vorgänge im Gehirn.
Dem entsprechend kann es mehrer Ursachen geben, die zu dem Bild einer Dyskalkulie führen oder beitragen.
Ein einfaches "Ursache-Wirkung-Denken" ist bei diesem Problem fehl am Platz. Eine immer wieder auftretende Beobachtung ist es, dass die betroffenen Kinder an bestimmten Rechenschritten scheitern. Dies führt zu einer Art Fehleranalyse wie sie auch bei Legasthenie sinngemäß erfolgen kann um dann als Grundlage einer Förderung genutzt zu werden.

Eine mögliche Ursache für Rechenschwäche ist ein unzureichend entwickelter Zahlensinn.
Damit ist gemeint, dass die Kinder schon bevor es ans Rechnen geht, den Begriff der Zahl als Maß für eine bestimmte Menge nicht gefestigt haben. Dabei kann eine bestimmte Sehfähigkeit ein Rolle spielen, die als Simultanerfassung bekannt ist.
Es gibt tatsächlich umfangreiche Studie, die diese Vermutung bestätigen. Zwar sind nicht alle Kinder mit einer Dyskalkulie betroffen, aber doch ein erheblicher Prozentsatz zwischen 40 und 70% abhängig vom Alter. Damit lassen sich viele Symptome und Schwierigkeiten dieser Kinder erklären und - viel wichtiger - eine Beseitigung der Schwäche bei der Simultanerfassung verbessert nachweislich den Umgang mit Zahlen.

Auch andere Bereiche der Sinneswahrnehmung können bei Dyskalkulie nicht altersgerecht entwickelt sein. Vor allem ist hier die Blicksteuerung zu beachten, die es gestattet bzw. garantieren sollte, dass was man vor sich sieht, mit den Augen ordnungsgemäß abgetastet werden kann. Diese Fähigkeit wird z.B. dann gebraucht, wenn mehrere Zeichen nahe nebeneinander zu sehen sind, manchmal mit größerem, manchmal mit kleinerem Abstand.

(aus: BlickLabor der Universität Freiburg)

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